Brückenbauer Integration

Ein Projekt der Volkshochschule Dresden e.V. und dem Caritasverband für Dresden e.V. 

Die Brücken sind gebaut – jetzt gilt es, sie zu nutzen, um immer wieder aufeinander zuzugehen und neue Wege zu beschreiten.

Im Dezember 2017 fand das Projekt „Brückenbauer Integration“ mit einer Vielzahl an interkulturellen Begegnungsveranstaltungen seinen Abschluss.

Höhepunkt war zweifelsohne die Veranstaltung „Weihnachten in aller Welt“ mit mehr als 100 Gästen aus Dutzenden verschiedenen Ländern in der Lernbar der VHS. Neben Paten der Caritas und Geflüchteten aus Prohlis waren auch Musiker aus Bangladesch, eine Clownin aus Frankreich, ein lybischer Zeichner, eine Puppenspielerin aus Russland und chinesische Tänzer dabei. Das Essen war syrisch, die Lebkuchen sächsisch und der Punsch heiß und süß, die Musik beschwingt und selbst die Instrumente international. Begegnung fand hier fast von alleine statt, wurde aber zudem moderiert und mit zahlreichen Informationen über Feste und Feiern in aller Welt angereichert. Als Brückenbauer durfte sich jeder erleben, der Begegnung ermöglicht.

Vor allem beim Länderabend Laubegast zeigte sich, dass zunehmend die Geflüchteten selbst zu Brückenbauern werden. Ein syrischer Musiker und Medizinstudent, der vor gut zwei Jahren nach Dresden kam, referiert jetzt auf Deutsch über sein Herkunftsland und moderiert die sich anschließende Diskussion.  Die Gäste sind Laubegaster mit und ohne Migrationserfahrung und das Kulinarische ist nach afghanischen Rezepten gekocht und gebacken.

Auch im Begegnungstreff in Prohlis entsteht Miteinander in der Küche. Einheimische Ehrenamtliche und Geflüchtete aus der Nachbarschaft üben beim Plätzchenbacken neue Vokabeln und brüten beim Tee über Hausaufgaben. Die größte Sorge hier: Wie können wir die kreativ verzierten Kekse mit nach Hause nehmen? Klar, mit einer selbst gebastelten Papiertüte - und das geht auch ohne korrekte Grammatik.

Die Auswahl dieser drei Formate zeigt wesentliche Momente des Projekts „Brückenbauer Integration“.

Darüber hinaus wurden im Laufe des Jahres auch gezielt zahlreiche Brückenbauer qualifiziert und fortgebildet, die ihrerseits Begegnung initiieren und moderieren.

Denn, die noch immer gegenwärtigen Risse in der Dresdner Stadtgesellschaft lassen sich nur durch aktive Teilhabe der Bürger und einen bewussten Dialog kitten. Diesen zu gestalten sowie ein Miteinander zwischen Dresdnern und Geflüchteten zu organisieren, dafür hat die Volkshochschule in Kooperation mit der Caritas engagierte Bürgerinnen und Bürger weitergebildet.

Im Rahmen eines Kompetenztages wurden an der VHS eine Reihe themenspezifischer Seminare für Interessierte angeboten. Die Teilnehmer konnten wählen zwischen Kursen zur kulturellen und religiösen Vielfalt im Alltag muslimischer Länder, zu Konfliktlösung im interkulturellen Miteinander sowie zum professionellen Moderieren. Außerdem gab es Informationen zum Thema Asyl in Deutschland, zur Psychologie des WIR-Gefühls und ein Argumentationstraining gegen rassistische Anfeindungen. 

Zum Projektauftakt waren interessierte Dresdnerinnen und Dresdner zu einem Terrassentalk auf dem Dach der Volkshochschule eingeladen. Bei syrischem Pistazieneis, Melodien der Oud, exotischen Häppchen und Fotos vom Hindukusch wurde lebhaft diskutiert und mit Interesse geplaudert. Interessierte Einrichtungen aus den Bereichen Migration und Integration waren zum Informationsaustausch eingeladen und schmiedeten Pläne für das Gelingen des Projektes.