Leitbild der Dresdner Bildungsberatung

Identität und Auftrag

Die Bildungsberatung ist ein Angebot der Volkshochschule Dresden e.V., welches im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden umgesetzt wird. Unser Beratungsangebot richtet sich an alle Dresdner Bürger und Bürgerinnen und explizit an Bürger und Bürgerinnen der Stadtgebiete Johannstadt und Friedrichstadt, unabhängig von deren Bildungs­stand und über die ge­samte Lebens­spanne hinweg. Insbesondere machen wir Angebote zur Bildungsberatung für (Langzeit-)arbeitslose Frauen/Männer, Erwerbstätige in prekären Beschäftigungen, Geringqualifizierte und Berufliche Wiedereinsteiger mit und ohne Migrationshintergrund. Wir beraten kostenlos und neu­tral zu allen Fragen von Bildung, Beruf und Be­schäf­ti­gung. Dabei gehen wir von einem erwei­terten Bildungs­be­griff aus und betrachten formale und non-for­male Bildung ebenso sowie informelles Lernen. Im Sinne Lebenslangen Lernens stellt die Bildungsberatung eine wichtige Informationsschnittstelle mit Orientierungsfunktion dar. Die Beratung ist dabei ämterübergreifend und neutral und orientiert sich am Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Beratung beruht auf Freiwilligkeit. Beratungskunden und -kun­din­nen können mit ihren persönlichen Anliegen eine der Bera­tungsstellen in der VHS Geschäftsstelle Altstadt und Außenstelle Gorbitz sowie Beratungsstellen in Johannstadt und Friedrichstadt aufsuchen. Letztere garantieren eine leichte Erreichbarkeit in den Quartieren. In der Beratung orientieren wir uns an den Erfahrungen, Kom­pe­ten­zen und Interessen der Beratungskunden und -kun­din­nen. Dabei arbei­ten wir individuell, biografie- und ressourcen­orien­tiert. Der Bera­tungs­prozess steht gegenüber dem Er­geb­nis im Vordergrund, da die Beratungs­kunden und -kundinnen mit unserer Unter­stützung selbst eine Lösung für ihre An­lie­gen entwickeln. Durch ein non-direktives, ergebnis­offenes Vor­ge­hen geben wir den Beratungs­kunden und -kundinnen Hil­fe zur Selbsthilfe.

Unser Angebot soll die vorhandene Beratungsstruktur in Dres­den ergänzen und nicht ersetzen. Dazu erfolgt eine stadtweite und sozial­räum­liche Vernetzung. Dem Aufbau eines arbeitsmarktrelevanten Netzwerks zur sozialen Integration und besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Quartieren Friedrichstadt und Johannstadt gilt besondere Aufmerksamkeit. Wir leisten damit einen Beitrag dazu, die Ange­bote innerhalb der Bil­dungs­land­schaft Dresdens besser auf­ein­ander abzustimmen. Wir arbeiten beständig daran, unser Angebot weiter zu pro­fes­siona­lisieren und eine höchstmögliche Qualität zu er­reichen. Dafür erbringen wir unseren Beratungsauftrag auf Grund­lage eines syste­ma­tischen und sich ständig weiter­ent­wic­keln­den Wissens­mana­gements. Unsere Qualität wird durch die Zertifizierung des Gesamt­an­ge­bots sowie der einzelnen Berate­rinnen gewährleistet. Wir als Organisation sind seit Februar 2012 nach KQB (Kunden­orientierte Qualitäts­testierung für Bera­tungs­organisationen) zertifiziert und seit Februar 2016 retestiert. Die Berater und Beraterinnen sind seit Mai 2011 im Rah­men des Verbundes Regionaler Qua­li­fizierungszentren (RQZ) als Bildungs­berater und -bera­te­rinnen zertifiziert.

Werte

Die bestimmenden Werte für die Arbeit der Bildungsberatung der Dresd­ner Bildungsberatung sind Toleranz, Vertrauen, Au­then­tizität, Wert­schätzung und Respekt gegenüber den Be­ra­tungskunden und -kundinnen und allen Mitgliedern des Teams. Wir identifizieren uns in hohem Maße mit der För­derung des lebens­langen Ler­nens. Unser Team betrachten wir als Ein­heit. Wir beraten unvoreingenommen und vorurteilsfrei im Sinne des Artikel 1 des Grundgesetzes. Die Beratungskunden und -kun­dinnen betrachten wir ganzheitlich, das heißt wir berück­sich­tigen die Ge­samt­heit ihrer bildungsbezogenen, beruf­li­chen, sozialen sowie per­sön­lichen Bedürfnisse. Wir sehen die Bera­tungskunden und -kun­dinnen als Experten in eigener Sache, die Verantwortung für sich selbst tragen und Ent­schei­dungen eigenständig treffen. Die Bildungsberater und -beraterinnen schaffen eine ver­trau­ens­volle und wertschätzende Beratungsatmosphäre, struk­tu­rieren und syste­ma­tisieren das Gespräch, regen die Bera­tungs­kunden und -kun­dinnen zur Reflexion an und fungieren als Impulsgeber. Wir fühlen uns einer professionellen Handlungsweise ver­pflich­tet. Das bedeutet im Einzelnen: 

  • wir wenden situationsangemessene Methoden an,
  • wir erkennen und akzeptieren die Grenzen unserer Bera­tungs­leistung und handeln adäquat (z.B. durch Weiter­ver­mitt­lung der Bera­tungskunden und -kundinnen an entsprechende An­ge­bote),
  • wir aktualisieren kontinuierlich unser Fachwissen,
  • wir behandeln alle Informationen vertraulich und sichern Anony­mität in der Datenweiter­verarbeitung zu,
  • wir sind verlässlich hinsichtlich getroffener Vereinbarungen und Absprachen.

Ziele mit der Organisation und für die Organisation

Mit unserem Angebot der Bildungsberatung möchten wir die Dresd­ner Bevölkerung für das Thema "lebenslanges Lernen" sen­sibili­sieren und diese unterstützen, Bildungschancen zu er­kennen und wahr­zunehmen. Wir möchten dazu beitragen, das Bewusstsein für einen erweiterten Bildungsbegriff zu schaffen. Durch die Bildungsberatung soll die Entscheidungsfähigkeit der Bera­tungs­kunden und -kundinnen gestärkt werden, indem Bil­dungs­mög­lichkeiten und -angebote transparent und zu­gäng­lich gemacht wer­den. Wir möch­ten mit der Bil­dungs­bera­tung die Handlungsfähigkeit der Bera­tungs­kun­den und -kun­din­nen nachhaltig stärken und soziale Teil­habe fördern. 

Durch die Unterstützung der Bildungsvorhaben der Dresd­ner und Dresdnerinnen tragen wir zur Stärkung des Standortes Dresdens insgesamt bei.

Leistungen und gelungene Beratung

Die Mitarbeiterinnen der Bildungsberatung un­ter­stützen die Beratungskunden und -kundinnen bei der Ent­wick­lung einer eigenen Perspektive. Wir begleiten die Beratungskunden und -kundinnen bei der Pla­nung, Erarbeitung und Umsetzung der für die Erreichung des Ziels notwendigen Handlungsschritte. Wir unterstützen die Beratungskunden und -kundinnen bei der Beschaffung relevanter Informationen und deren Ein­ord­nung und Gewichtung.

Als gelungen betrachten wir die Beratung, wenn die Bera­tungs­kun­den und -kundinnen am Ende des Beratungs­pro­zesses orien­tierter, strukturierter, motivierter und informierter sind. Unser Ziel dabei ist folgendes: Beratungskunden und -kundinnen können die eigene Situa­tion bes­ser analysieren und haben sich mit ihrem Werdegang, ihren Stär­ken, Er­war­tungen und Zielen und den weiteren rele­vanten Rahmen­be­din­gun­gen von Bildung, Beruf oder Be­schäf­tigung (etwa hin­sicht­lich in­di­vidueller zeit­licher, räum­licher und finan­zieller Gegebenheiten) aus­ein­an­der­ge­setzt. Die Beratungs­kunden und -kundinnen können die Situa­tion neu bewerten, wenn das Anliegen es erfordert. Sie kennen alter­na­tive Handlungswege und sind in der Lage, die nächs­ten Schrit­te zu planen. Beratungskunden und -kundinnen wer­den nicht be­vor­mun­det und können Entscheidungen eigen­ständig treffen. Be­ra­tungs­kun­den und -kundinnen sind moti­viert, Ver­än­de­run­gen her­bei­zuführen und können weitere Recher­chen selbst­stän­dig durch­führen. Wir setzen die Beratungskunden und -kundinnen in der Beratung nicht unter Druck. Wir hinterfragen unsere Beratungsschritte und akzeptieren Stopps, die durch Beratungskunden und -kundinnen gesetzt werden.

Neben formalen Bildungswegen finden in der Bildungsberatung auch Betätigungsmöglichkeiten wie das Ehrenamt, Freiwilligendienste sowie informelle Bildungsprozesse Berücksichtigung. Damit können Pausenzeiten vor, nach oder zwischen Qualifizierungen aktiv genutzt werden. Die Wahrscheinlichkeit von langen Ausfallzeiten sinkt, sobald Bera­tungs­kun­dinnen und Beratungskunden die Chance erhalten, Überbrückungsphasen sinnvoll füllen zu können. Der gleichberechtigte Zugang und eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt, an Bildung und am gesellschaftlichen Leben sind Grundvoraussetzungen für eine gelingende Integration. Bildungsberatung unterstützt dabei insbesondere diesen Zugang zu ermöglichen und zu erleichtern, indem sie Systeme erklärt, Informationen aufbereitet, Orientierung bietet und konkrete Umsetzungswege aufzeigt.

Die Bildungsberatung der Dresdner Bildungsbahnen berät zu folgenden Themen­komplexen und Beratungsschwerpunkten:

Berufliche (Neu-)Orientierung 

Beratung zur allgemeinen Orientierung bzw. Neuorientierung hinsichtlich der Themen Bildung, Beruf und Beschäftigung. Erfassung und Analyse der individuellen Berufserfahrungen, Fähigkeiten und Interessen.

Berufliche Weiterbildung

Beratung zur Erweiterung und Vertiefung einer vorhandenen beruflichen Vorbildung.

Beruflicher (Wieder-)Einstieg

Beratung zu den Möglichkeiten des Berufseinstiegs für Absolventen sowie Beratung zum Wiedereinstieg nach Familien- oder Erziehungszeit, nach Arbeitslosigkeit, nach Rehabilitation oder nach Pflegezeit.

Bewerbungsberatung

Beratung zum Bewerbungsprozess. Konkret zur Stellensuche, zu Bewerbungsunterlagen, zu Auswahlverfahren und Assessment-Center sowie zu Vorstellungsgesprächen.

Beratung zum 2. und 3. Bildungsweg

Beratung zum Erwerb und zum Nachholen von Schulabschlüssen, zum Hochschulzugang (auch ohne Abitur), zur Zuordnung von Vorläuferberufen und Anerkennung von ausländischen Abschlüssen.

Finanzierung von Bildung

Beratung zur Sicherung des Lebensunterhalts und der Finanzierung von Bildung.

Alternative Zugänge zum Arbeitsmarkt

Beratung zu Praktika, Ehrenamt und Freiwilligendiensten (Freiwilliges Soziales, Ökologisches, Politisches, Kulturelles, Pädagogisches Jahr, Bundesfreiwilligendienst).

Fähigkeiten und Ressourcen

Die unterschiedlichen geistes- und sozialwissenschaftlichen Ab­schlüsse der Beraterinnen sowie deren indi­vi­duelle Er­werbs­bio­gra­fien befä­higen die Bil­dungs­beraterinnen zur Sen­si­bilität für die diver­gie­ren­den Anliegen der Bera­tungs­kun­den und -kundinnen. Die im Team erfolg­reich absolvierte Qua­li­fizierung 'Bildungsberatung und Kompetenzentwicklung' trägt ebenso wie die Teilnahme an Fort­bildungen und Workshops zur Aktua­li­sierung und Erweiterung der Kenntnisse und Fähig­keiten der Berater und Beraterinnen bei. Wir stellen hohe Ansprüche an die Qualität unserer Beratung. Hin­sicht­lich personaler und sozialer Kompetenzen zeichnen uns des­halb Einfühlungsvermögen, Kommuni­kations­fähigkeit, be­son­dere Auf­merksamkeit gegenüber dem Verhalten der Be­ra­tungs­kunden und -kundinnen, Reflexions­fähigkeit und eine strukturierte Arbeits­weise aus. Wir finden in der Beratung das angemessene Gleich­ge­wicht zwischen Geduld und Ziel­orien­tiert­heit und übernehmen Pro­zess­verantwortung. Das fachbezogene Wissen des Teams umfasst Kenntnisse zu in­halt­lichen und methodischen Grundlagen und zum Ablauf von Bera­tungs­prozessen. Ebenso gehören Feld­wissen zu den Bereichen Bil­dung, Beruf und Beschäftigung inklusive regionaler und lokaler Be­son­der­heiten und Fach­wissen zu Bil­dungs­marketing und Öffent­lich­keits­arbeit dazu. Zu unseren Ressourcen gehört außerdem die sozialräumliche Ver­netzung. Wir pflegen den informellen Austausch mit Ak­teuren, die stadt­weit tätig sind, nehmen an Veran­stal­tun­gen teil und gestalten aktiv Koopera­tionen mit Netz­werk­partnern. Der gegen­sei­tige Aus­tausch von Wissen und Ressour­cen inner­halb des Netz­werkes dient der gemeinsamen Professiona­li­sie­rung.

Der ständigen Überprüfbarkeit und Verbesserung der Qualität un­se­rer Arbeit dienen verschie­dene Maßnahmen und In­stru­men­te, wie der Feedbackfragebogen und die Kollegiale Fall­be­ratung. Zur systematischen Darstellung unserer Arbeit haben wir ver­schie­de­ne Medien zur Verfügung. Die Do­ku­men­ta­tionen dienen als Grundlage für das Berichtswesen.