Ein Land – zwei Meinungen?Volkshochschule Dresden diskutiert zu Grundfragen der Zeit

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Pressemitteilung vom 15.06.2021




Über 30 Jahre sind vergangen, seitdem die friedliche Revolution in der DDR das Ende der SED-Herrschaft und damit die Wende brachte. Zahlreiche Wissenschaftsdisziplinen und Journalisten beleuchten seither immer wieder die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West. Auch eine Generation nach der deutschen Einheit scheinen „Ossis“ und „Wessis“ in manchen Lebensbereichen genauso weit auseinander zu liegen wie ihre Interpretation eines Jägerschnitzels. Wer „wir“ Deutschen sind und ob es im Jahr 2021 so etwas wie eine gemeinsame „deutsche Identität“ gibt, bespricht die Podiumsdiskussion „Vereinigtes Land – Geteilte Meinung?“ in der Volkshochschule Dresden. Die Veranstaltung findet am 1. Juli um 18 Uhr in digitaler Form statt, sodass Interessierte sich von überall zuschalten können.

Leicht haben es sich die Podiumsteilnehmer mit dem Thema nicht gemacht. Denn wie man auf eine deutsche Identität blickt, hängt auch stark von der eigenen Lebenserfahrung ab, von der eigenen kulturellen Prägung, der eigenen Milieu- und Generationszugehörigkeit sowie von der beruflichen Praxis. Und entscheidend ist auch, ob wir aus der Perspektive einer Ost- oder einer West-Biografie auf die Fragen blicken. Doch ist das wirklich so oder ist das 30 Jahre nach der Einheit nur noch eine „optische Täuschung“? Verlaufen die Linien für Trennendes und Verbindendes nicht längst entlang anderer Grenzen? Über diese Themen wird der gebürtige Dresdner Cornelius Pollmer mit seinen Gästen ins Gespräch kommen. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Dresden, absolvierte seine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und ist nun Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung im Raum Dresden/Leipzig. Zu seinen Gästen gehört Ines Geipel. Die ehemalige ostdeutsche Leichtathletin studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie. Sie arbeitete als Schriftstellerin und ist seit 20 Jahren Professorin für Deutsche Verskunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Das Bundesverdienstkreuz erhielt sie für ihr politisches wie schriftstellerisches Engagement. Unter anderem war sie Nebenklägerin im Prozess gegen das DDR-Zwangsdoping und sie ist Mitbegründerin des „Archivs der unterdrückten Literatur in der DDR“. Als gebürtiger Hesse ergänzt Herfried Münkler das Gespräch. Er studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in Frankfurt und ist seit 1992 Professor für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität in Berlin. Alle drei Diskutanten schrieben gesellschaftskritische Werke, betten Geschehnisse in einen Kontext ein und sorgen so für eine Debatte, die verschiedene Perspektiven beleuchtet.

Die Diskussion findet im Rahmen der Reihe „Grundfragen der Zeit“ statt. Sie ist gebührenfrei, dennoch ist eine Voranmeldung nötig, um den Zugangslink zu erhalten. Weitere Informationen zu Kursen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es von montags bis freitags jeweils 9 Uhr bis 13 Uhr telefonisch unter 0351 254400. Die persönliche Beratung und Anmeldung ist in der Geschäftsstelle Annenstraße 10 dienstags von 9 Uhr bis 13 und donnerstags von 14 Uhr bis 18 Uhr möglich.


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